Echte Fälle aus der Praxis: Eltern, die mit ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen auf uns zugekommen sind. Und unsere Lösungen.

Bei dieser Frage, ob man im Notfall lieber den Basistarif der PKV oder die freiwillige gesetzliche KV wählen sollte, gibt es einiges zu beachten. Diese Informationen haben wir in diesem Artikel anhand eines unserer Kundenbeispiele für Euch ausgearbeitet.

Was war die Ausgangslage?

Am 10.03.2021 erreichte und eine Mail von Herrn Kirmann [Name aus Datenschutzgründen geändert]. Dies war ein sehr besonderer Fall, denn der Vater handelte riskant. Nach der Geburt gibt es bei Kinderkrankenversicherungen einige wichtige Fristen zu beachten. Eine davon ist, dass der Elternversicherer das Kind bis zu zwei Monate nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen MUSS. Das Geburtsdatum des Kindes war der 16.01.2021. Es blieben also sechs Tage, um das Kind bei der Wunschkrankenversicherung zu versichern. Denn wenn diese Frist abgelaufen ist, bleibt uns nur noch die Möglichkeit, das Kind im elterlichen Tarif zu versichern. Dieser ist aber unter Umständen nicht geeignet für das Kind. Nach Ablauf der Frist muss die Versicherungsgesellschaft das Kind nicht annehmen. Dies kann neben

Ich habe dem Kunden direkt am Telefon die Erstberatung gegeben und ihn über alles aufgeklärt. Dazu gehören Fristen, benötigte Dokumente, Dinge, auf die man achten muss, … Außerdem habe ich ihn nach der Konstellation seiner Partnerschaft gefragt. 

Herr Kirmann war sehr zufrieden mit der kurzen Erstberatung. Er wollte direkt Angebote haben, sodass ich ihm einen Vergleich zusandte. Denn die Zeit drängte in seinem Fall.

Deshalb schickte ich ihm unsere erste Tarifauswahl zu: HanseMerkur, ARAG und Barmenia:

Unsere erste Tarifauswahl

 HanseMerkurARAGARAGBarmenia
TarifKVT500ME0MB0einsA expert 1+
Monatsbeitrag179,86 €178,57 €207,64 €210,45  €
Jährlicher Selbstbehalt0 €0 €0 €150 € (amb., stat., Zahn)

Wunschkrankenversicherung: HanseMerkur Tarif KVT 500

Gutes Preis-Leistungsverhältnis für Kinderversicherungen bei der HanseMerkur

Für den Kunden stand fest: das – laut ihm – völlig gesunde Kind sollte bei der HanseMerkur im Tarif KVT 500 versichert werden. Das war die Wunsch-PKV. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass das U-Heft nicht komplett ohne Einträge war. Über die einzuhaltenden Fristen und die sicheren Möglichkeiten in seinem Fall habe ich ihn informiert. Am Ende kann sich aber jeder Kunde ganz frei und nach eigenem Willen entscheiden, diese Information anzunehmen oder nicht. In diesem Fall hat Herr Kirmann meine Vorschläge dankend abgelehnt. Er war sich ganz sicher, dass sein Kind ohne Probleme bei der HanseMerkur versichert werden kann.

Die RVA war ernüchternd

Am 11.03. morgens habe ich eine Risikovoranfrage eingeleitet, die am 15.03. mit einem ernüchterndem Ergebnis wieder zurück kam. Am 15.03. nachmittags habe ich dem Kunden mitgeteilt, dass die HanseMerkur auf die U4 warten möchte, um das Ergebnis abzuwarten. Denn leider war in der 3. U-Untersuchung (also eine davor) etwas auffällig. Es wurde eine erneute Hüftsonographie angeordnet und vermerkt, dass das Kind breit gewickelt werden solle.

Der Kunde hat daraufhin am 18.03. ein eigenes Attest geliefert zur Bestätigung geliefert. Dieses weist darauf hin, dass die Hüfte des Babys in Ordnung ist und keiner weiteren Kontrolle bedarf.
Das heißt, dass er mit seinem Kind noch einmal außerhalb (des Rahmens) der U-Untersuchungen bei der Kinderärztin /  beim Kinderarzt war und die Auffälligkeit prüfen ließ, bevor es in der U4 gemacht wurde. Denn die U4 Untersuchung wäre zu spät gewesen, um dann das Kind noch innerhalb der Frist im elterlichen Tarif anmelden zu können.

Käme das Kind nicht in die HanseMerkur Tarif KVT 500, wäre auch die Chance wegen Fristablauf verstrichen, um es bei der Eltern-PKV zu versichern. Wenn die Hüfte nämlich nicht in Ordnung gewesen wäre, hätte die HanseMerkur das Kind nicht versichert.
Es bleiben in diesem Fall, nach Fristablauf, zwei Möglichkeiten:

  1. die freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung, da der Vater dort gesetzlich versichert ist – mit einem Beitrag von ca. 200 € monatlich
  2. dass das Kind in der privaten Krankenversicherung der Mutter im Basistarif pflichtversichert werden muss – mit einem Beitrag von ca. 260 € monatlich

Was ist der Basistarif?

Den Basistarif gibt es in jeder PKV – kalkuliert nach den Unisex Tarifen. Er ist der Ausweichtarif, falls man sonst in keinen Normaltarif der PKV mit Gesundheitsprüfung kommt. Das gibt es über den Basistarif zu wissen:

  • alle gesetzlichen Leistungen enthalten
  • alle Leistungen sind bei jeder privaten Versicherungsgesellschaft im Basistarif gleich, da hier das Sozialgesetzbuch (SGB) greift
  • Monatsbeitrag beläuft sich auf ca. 260 €
  • wird IMMER mit Gesundheitsprüfung abgeschlossen, aber mit Kontrahierungszwang und ohne Auswirkung auf den Beitrag. 
  • Die Abrechnungen mit den Ärzten führt regelmäßig zu Komplikationen, weil der Arzt anders als in der GKV nicht direkt mit der PKV abgerechnet. Die Rechnung erhält der Kunde und muss dann eingereicht werden. 
  • Euch werden keine Änderungen in Bezug auf Beiträge und Leistungen erwarten. 

Jedoch kann es zu einem Schock kommen, wenn Ihr später einen Tarifwechsel anstrebt. Dieser ist grundsätzlich (durchaus) möglich. Dennoch gibt es dabei deutliche Veränderungen. Im Hintergrund wird ein Risikozuschlag vom Versicherer geführt, falls Euer Kind bei der Beantragung eine Vorerkrankung hatte. Von diesem Risikozuschlag weiß der Versicherungsnehmer in der Regel nichts. Dieser wird dann aber bei einem Tarifwechsel sichtbar.  

Wird beispielsweise bei einer Vorerkrankung einen Risikozuschlag von 200 % vom Versicherer eingestellt, wird dieser bei einer Tarifumstellung herangezogen. Das sieht dann in der Praxis wie folgt aus: Der neue Tarif kostet also den eigentlichen Monatsbeitrag + die 200% Risikozuschlag. Ihr würdet also für Eure Krankenversicherung 600 € zahlen anstatt den Regelbeitrag von 200 €.

Im Basistarif kannst Du oder Euer Kind nur dann nicht versichert werden, wenn die Versicherungsgesellschaft Dir wegen arglistiger Täuschung gekündigt hat. Dann musst Du einen anderen PKV Versicherer wählen. 

Unterschiedliche Konstellationen – unterschiedliche Möglichkeiten

Kostenloses eBook: Die 14 teuersten Fehler bei der Kinderkrankenversicherung
Verschiedene Möglichkeiten, Euer Kind zu versichern und Fehler zu vermeiden

Die Konstellation: ein Elternteil privat versichert – das andere gesetzlich versichert

Allgemein gesprochen, kann man Euch als Eltern bei solch einer Konstellation wie in dem Fall des Kunden Kirmann folgendes mit auf den Weg geben:

Ist eine/r von Euch privat Versichert und das andere Elternteil gesetzlich, so habt Ihr die Möglichkeit zwischen 

  1. privater Krankenversicherung oder 
  2. freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung gegen eigenen Beitrag

für Euer Kind zu wählen. 

Wie und wann müsst Ihr Euch entscheiden, wenn Ihr von dem oben genannten Fall betroffen seid?

Euer Kind wird aufgrund Einträgen im U-Heft nicht bei Eurer Wunschkrankenversicherung angenommen?

Ihr habt die Nachversicherungsfrist von zwei Monaten bei Eurem elterlichen Versicherer verpasst?

Dann könnt Ihr Euch entscheiden zwischen

  1. freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung gegen eigenen Beitrag oder
  2. dem Basistarif bei einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft

Die Konstellation: beide Elternteile privat versichert

Wenn bei einem Fall wie oben erläutert,  beide Eltern privat versichert sind  – beispielsweise als Beamte mit Beihilfe – dann wäre die Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht möglich. Ihr könnt Euch also nur aussuchen, bei welcher privaten Krankenversicherung (PKV) Ihr den Basistarif möchtet.

Unser Expertentipp für Euch

Unser Expertentipp lautet hierbei jedoch folgendermaßen:

Wenn Euch bei Eurer Konstellation immer noch die Wahl bleibt zwischen 

  • freiwilliger GKV und 
  • dem Basistarif in der PKV,

versichert Euer Kind auf jeden Fall zuerst gesetzlich. Genau wegen dieser drei Punkte, die wir Euch weiter unten aufzählen.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnt Ihr ohnehin wieder mit einer Kündigungsfrist von zwei Kalendermonaten und einer erneuten Gesundheitsprüfung in eine PKV wechseln. Es ist oft so, dass sich das Krankheitsbild verändert. Zuerst hat es zur Ablehnung geführt. Bei erneuter Prüfung hat es sich aber möglicherweise zum Positiven verändert. Damit ist ein Abschluss bei einer anderen PKV wieder möglich. 

Diese drei Punkte sprechen klar gegen den Basistarif der PKV und für die freiwillige GKV:

Wenn man einmal im Basistarif gefangen ist,

  1. ist man viel teurer versichert als über die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV
  2. hat man auch keine besseren Leistungen als in der GKV, denn diese sind komplett identisch und die Abrechnung mit dem Arzt ist komplizierter.
  3. hat man den in den meisten Fällen abgeschlossen, weil man nicht durch die Risikovoranfrage (RVA) kam, wodurch sich von Anfang an im Hintergrund ein sehr hoher Risikozuschlag aufbaut.

Unser zweiter Expertentipp für Euch

Egal was passiert, löst unbedingt immer die Kindernachversicherung (KNV) beim Elternversicherer aus! Unser Kunde Herr Kirmann hat das nicht getan, weil er das nicht wollte. Sein Bauchgefühl sagte ihm, dass alles gut gehen wird. Dabei wäre es überhaupt kein Problem gewesen, den Tarif zu einem späteren Zeitpunkt zu wechseln und in den Zieltarif zu gelangen. Nach Erhalt der Police besteht ja auch noch das Widerrufsrecht von 14 Tagen

Denn stellt Euch das Szenario vor, wenn Euer Kind plötzlich eine ernsthafte Erkrankung  in der unversicherten Zeit hat? Was wäre denn passiert? Dann müsstet Ihr Euch auch noch rückwirkend über den Versicherungsschutz Gedanken machen und dies führt in 100% der Fällen zu Problemen. Außerdem müssen die Kosten vorübergehend von Euch selbst gedeckt werden.

Resümee: Auf das Bauchgefühl zu hören, hat zum gewünschten Ergebnis geführt

Trotzdem oder genau deshalb lautet unsere klare Empfehlung an Euch:

Informiert Euch früh genug gut und sehr genau über das Thema Kinderkrankenversicherungen und was es dabei zu beachten gibt. Holt Euch bestenfalls auch eine kostenlose Beratung von einem Experten / einer Expertin, um speziell Eure Versicherungssituation zu beleuchten.

Bei Herrn Kirmann ging es gerade nochmal gut. Doch hätte er uns nichts verschwiegen und unsere vollständige Beratung zuvor in Anspruch genommen, wäre das Ergebnis dasselbe gewesen – jedoch mit 100%-iger Sicherheit und ohne Ärger.

Der zeitliche Ablauf 

Mittwoch,  10. März 2021:

  • Die erste Mail des Kunden kam am 10.03. per Mail und am 16.03. läuft die Frist beim Elternversicherer ab
  • noch am selben Tag ging der Tarifvergleich raus
  • um Mittag herum hat Herr Kirmann mir mitgeteilt, dass er zur HanseMerkur in den Tarif KVT500 möchte und die Datenvervollständigung gemacht

Freitag,  12. März 2021:

  • durch die Risikovoranfrage wäre keine Annahme zustande gekommen wegen der Einträge in der U3 (Hüftsonographie und breit wickeln angeordnet)
  • um 14:12 Uhr ging die Info an den Kunden, dass die HanseMerkur auf die U4 warten möchte, wegen des Ergebnis
  • der Vater wollte es mit einem eigenem Attest bei der HanseMerkur versuchen
  • wurde an die bald ablaufende Frist erinnert-> weitere Vorschläge angeschnitten, die er jedoch nicht wollte:
  1. Generali Nachversicherung
  2. freiwillige gesetzliche Versicherung

-> beides nicht erwünscht

Donnerstag,  18. März 2021:

  • eigenes Attest ging am 18.03. (Do.) an mich
  • direkt an die HanseMerkur durchgereicht und Bestätigung erhalten

Montag,  22. März 2021:

  • am 22.03. kam das Ergebnis unseres Ansprechpartners bei der HanseMerkur -> ohne Erschwernis
  • daraufhin Einreichen des Antrag am 22.03 mit Beginn zum 01.04.

Dienstag,  23. März 2021:

  • morgens um 09:00 Uhr ging alles vollständig an die HanseMerkur 
  • ein fehlendes Dokument musste vom Kunden noch nachgereicht werden

Donnerstag,  25. März 2021:

  • am 25.03 wurde der Vertrag angenommen

Restkostenabsicherung für Beamtenkinder (Dienstherr Nordrhein-Westfalen)

Was ist eine Restkostenabsicherung?

Die Restkostenversicherung ist eine private Zusatzversicherung. Diese deckt einen Teil der Kosten für die medizinische Behandlung Eures Kindes ab, die nicht durch die Rückerstattung abgedeckt sind.

Solch eine Zusatzversicherung kann von den Begünstigten, wie z.B. Berufssoldaten, Richtern oder Beamten, abgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird der Satz für diese Versicherung oft auch als Hilfekostensatz oder Hilfszulagensatz bezeichnet. Diese Versicherung übernimmt für den Versicherten und seine mitversicherten Familienmitglieder einen Teil der Kosten für medizinisch notwendige Leistungen, die nicht durch die Rückerstattung abgedeckt sind. Dies liegt daran, dass je nach Bundesland nur die Kosten bis zu 80% oder 70% für die Ehepartner durch die Rückerstattung abgedeckt sind.

Mit einer Restkostenversicherung kann beispielsweise sichergestellt werden, dass man keine Eigenbeteiligung leisten muss, sondern die Zusatzversicherung die volle medizinisch notwendige Behandlung erstattet. Je nach Tarif kann die Restkostenversicherung ambulante und klinische Behandlung oder Zahnbehandlung abdecken.

Die Problemstellung

Das Problem schien erst einmal sehr harmlos zu sein. Denn in dem U-Heft des Neugeborenen wurde in der U2, welche drei bis spätestens zehn Tage nach der Geburt stattfindet, eine Vierfingerfurche vermerkt. Jedoch kann dieses harmlose Problem bei der Versicherung zur Ablehnung führen.

Was ist eine Vierfingerurche?

Die Vierfingerfurche ist eine Beugefurche in der Handfläche, die ohne Unterbrechung einmal quer über die Innenseite der Hand verläuft. Sie ist so lang wie die vier Finger vom Zeigefinger bis zum kleinen Finger. Einerseits kann das ein Indiz für eine genetische Veränderung, wie zum Beispiel der Trisomie 21, sein. Andererseits kann die Furche aber auch bei gesunden Babys auftreten und in dem Fall gar keine Bedeutung haben.

Die Ausgangslage und was wir geprüft haben

Die Ausgangslage war, dass der Vater des Kindes als Beamter in Nordrhein-Westfalen tätig ist und selbst eine Restkostenabsicherung bei der Signal Iduna hat.

Die Mutter ist in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das erste Kind des Ehepaares wurde bereits über uns bei der Barmenia versichert. Damit waren die Eltern so zufrieden, dass sie auch das zweite Kind bei uns versichern wollten.

Alle U-Untersuchungen des zweiten Babys (U1 + U2) wurden ohne große Auffälligkeiten durchgeführt. Lediglich bei der U2 wurde eben vermerkt, dass das Kind mit einer Vierfingerfurche zur Welt kam. Aus diesem Grund hat die Barmenia eine anonyme Risikovoranfrage mit dem U-Heft veranlasst.

Was ist eine Risikovoranfrage?

Durch eine anonyme Risikovoranfrage kann man die Chancen auf eine Versicherung checken, ohne dabei das Risiko einzugehen, einen negativen Eintrag in der HIS-Wagnisdatei zu bekommen. In einer anonymen Risikovoranfrage tauschen Versicherungen Informationen über ihre Bestandskunden aus – anonym natürlich, wie der Name schon sagt.

Die Rückmeldung der Barmenia im Rahmen der anonymen Risikovoranfrage war folgendermaßen: Sofern die Vierfingerfurche kein krankhafter/pathologischer Bund ist, kann eine Versicherung ohne Erschwernis erfolgen. Aus diesem Grund wurde die Familie gebeten, zu bestätigen, dass die Vierfingerfurche keinen krankhaften Befund darstellt.

Unsere erste Tarifauswahl

Währenddessen habe ich der Familie einen Vergleich zusammengestellt. Da der Vater des Babys bei der Signal Iduna versichert ist, habe ich den Komfort (kleiner Tarif der Signal Iduna) und den Exklusiv, welcher auf den Komfort aufbaut, in in den Vergleich gepackt. Der Komfort ist ein Primärarzttarif mit Arzneimittel der Generika-Klausel. Generika sind sogenannte Nachahmerprodukte, die von Unternehmen nach Ablauf des Patentschutzes nachproduziert werden und unter einem anderen Namen verkauft werden dürfen. Dieser kleine Signal Iduna Tarif wird getoppt von seinem großen Bruder, dem Exklusivtarif. Hier hat man freie Arztwahl und im ambulanten sowie im stationären Bereich Top-Leistungen. In diesem Fall war es natürlich super, dass der Papa bei der Signal Iduna versichert ist, denn dann kann auch das Baby gleich dort aufgenommen werden. Ansonsten versichert die Signal Iduna Kinder erst ab dem vierten Lebensjahr. Ein weiterer Top-Tarif ist der von der Barmenia. Die Barmenia ist unser Top-Versicherer für Beamte, weil die auch im Kurbereich Top-Leistungen mit abbildet und dabei einen super Versicherungsschutz bietet. Die ARAG hat auch einen attraktiven Tarif, denn im ambulanten, Zahn- und stationären Bereich leistet diese über der Gebührenordnung und ist daher super gut für Kinder geeignet. Die HanseMerkur hat einen soliden Versicherungsschutz, allerdings auch ein paar Begrenzungen.

Signal IdunaSignal IdunaBarmeniaARAGHanseMerkur
TarifExklusivKomfortVB220U211A20
Monatsbeitrag40,13 €30,25€40,83 €38,66 €33,95 €
Jährlicher Selbstbehalt0 €
0 €
0 €0 €0 €

Am Ende wurde es – wie beim ersten Kind auch schon – die Barmenia. Im obigen Vergleich ist noch kein Krankenhaustagegeld in Höhe von 25 Euro mit drin, das haben wir in Nachhinein zusätzlich mit hinein gepackt. Dadurch erhöhte sich der Monatsbeitrag von 40,83 Euro auf 42,08 Euro.

Ende gut – Alles gut.

Das Baby wurde am 12.09.2020 geboren und innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ist die Restkostenabsicherung abzuschließen. 

Die Eltern haben bestätigt, dass die Vierfingerfurche keinen behandlungsbedürftigen Befund darstellt. Dies wurde auf den Antragsunterlagen auch extra unter den Gesundheitsfragen vermerkt. Deshalb konnte das Baby problemlos über uns bei der Barmenia versichert werden.

Der zeitliche Ablauf

Freitag,  25. September 2020:

  • Erhalt des U-Hefts der Familie mit den Ergebnissen der U1 + U2-Untersuchung
  • Aussendung der Vergleiche
  •  Anonyme Risikovoranfrage bei der Barmenia über die Verticus

Mittwoch, 30. Juni 2020:

  • Rückmeldung der Verticus mit dem Votum der Barmenia (Bestätigung, dass Erkrankung kein krankhafter Befund benötigt)
  • Information von der Mutter über RVA-Ergebnis: Sie teilte gleich am 30.09.2020 mit, dass Sie bestätigen kann, dass Vier-Finger-Furche kein krankhafter Befund ist.
  • Antragsunterlagen wurden an die Familie raus gesendet.

Donnerstag, 01. Oktober 2020:

  • Antragsunterlagen kamen von der Familie ausgefüllt und unterschrieben zurück.
  • Antragsunterlagen wurden an Verticus weitergeleitet.

Mittwoch, 07. Oktober 2020:

  • Anforderung eines Pflegeversicherungsnachweis eines Elternteils von der Barmenia
  • Der PV-Nachweis wurde von Mutter am 07.10.2020 per E-Mail zurück geschickt. 

Donnerstag, 08. Oktober 2020:

  • Weiterleitung des PV-Nachweises an die Barmenia
  • Rückmeldung der Barmenia am 08.10.2020, dass der Antrag angenommen wurde

Resümee

Die Vierfingerfurche hat also nicht zur Ablehnung geführt, auch wenn es zwischendurch nicht mehr ganz sicher war, hat die Versicherungsgesellschaft das Kind ohne weitere Probleme angenommen. Von der Mutter konnte versichert werden, dass durch die Furche keine weiteren gesundheitlichen Beschwerden auftreten werden. Wenn Euer Kind also eine Vierfingerfurche ohne weitere Auffälligkeiten hat, ist das keine „Finger“bruch.

Kompletter Antrag innerhalb von 2 Tagen eingereicht

Was war die Ausgangslage?

Meine Kundin hat am 10. Juni das erste Mal mit uns Kontakt aufgenommen. Wir hatten gerade unseren wöchentlichen Jour Fixe, aber als die Anrufnotiz auf dem Bildschirm aufploppte und ich das Geburtsdatum des Kindes sah, unterbrach ich das Meeting, rief die Kundin umgehend an und erklärte ihr gleich unser Eltern-Cashback-System, denn wir waren in Eile.

Wir hatten den 10. Juni und das Kind war am 14. April geboren worden. Wir hatten also noch zwei Tage bis zum Fristende der Kindernachversicherung, um einen Versicherungsantrag einzureichen. Wenn alles glatt gehen sollte, musste der Antrag spätestens am Freitag Abend bei der Versicherungsgesellschaft sein, denn am Wochenende bearbeiten die Gesellschaften keine Anträge. Außerdem war der Donnerstag ein Feiertag. Es blieb also wirklich nur der Freitag übrig. Der Vater des Kindes ist bei der Signal Iduna privat versichert, verdiente aber unter der JAEG (=Jahresentgeltgrenze). Die Mutter ist in der gesetzlichen Krankenversicherung, in die sie auch das Kind mitversichern hätte können. Die Eltern entschieden sich jedoch, das Baby privat zu versichern, um als Privatpatient zum Arzt gehen zu können.

Das alles wäre natürlich unproblematischer gewesen, wenn es sich hierbei um eine einfache Kindernachversicherung beim Elternversicherer (mit Kurzformular) gehandelt hätte. Aber so einfach war es natürlich nicht.

Unsere erste Tarifauswahl

Als Erstes habe ich Frau Heinrich (Name geändert) einen Vergleich der drei kleinsten Signal-Tarife zukommen lassen, weil der Vater in einem Esprit-Tarif des Deutschen Rings versichert ist. Diese Mail ging sofort im Anschluss an das Telefonat zur Kundin. 30 Minuten später habe ich ihr zusätzlich noch einen Vergleich mit allen anderen Esprit-Tarifen vom Deutschen Ring zukommen lassen, welcher auch zur Signal Iduna gehört. 

Signal IdunaSignal IdunaSignal Iduna HanseMerkurHanseMerkur
TarifKomfort 1Komfort Plus 1ExklusivKVT500KVS1
Monatsbeitrag104,83 €
138,64 €
151,46 €
154,30 €136,41 €
Jährlicher Selbstbehalt240 €
240 €
0 €0 €0 €

Danach habe ich Frau Heinrich zusätzlich die Tarife KVS (KidsFit) und KVT (StartFit) der HanseMerkur vorgestellt und sie im gleichen Zug darum gebeten, mir das U-Heft des Babys zukommen zu lassen. Das U-Heft ist immer dringend notwendig, wenn das Kind in einem anderen Tarif als dem Elterntarif versichert werden soll. Denn in diesen Fällen ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Hätten sich die Eltern für den Tarif des Vaters auch für ihr Kind entschieden, dann hätte der Elternversicherer das Kind aufgrund des Kontrahierungszwangs aufnehmen müssen. Dies stand jedoch nicht zur Debatte, da der Esprit MX kein guter Kindertarif für Babys ist. Denn er hat einen für Kinder recht hohen Selbstbehalt von 450 Euro. Warum das nicht sehr sinnvoll für Neugeborene ist, könnt Ihr hier nachlesen. Der Selbstbehalt gilt zwar nur für den ambulant Bereich. Der ist jedoch für Babys am wichtigsten. Zudem liegt der Monatsbeitrag bei ca. 128 Euro (und darin ist nur die Regelleistung und das Mehrbettzimmer im Krankenhaus abgedeckt).

Schaffen wir es bis zur Frist?

Es blieb spannend. Die Zeit rannte und natürlich war es enorm wichtig, dass das U-Heft ohne Bemerkungen oder Befunde war. Ansonsten würde das Baby nicht durch die Gesundheitsprüfung kommen und es würde keine andere Möglichkeit bleiben, als das Kind rückwirkend im Vatertarif zu versichern bis vom Arzt eine Bestätigung eintrifft. Diese muss die Gesundung des im U-Heft aufgeführten Gesundheitszustands bestätigen. Denn sonst wäre die Frist nicht eingehalten worden. Dadurch hätte das Baby bestenfalls erst zum 01.07.2020 in den Zieltarif wechseln können.

Fehlende Seiten im U-Heft

Da ohnehin kaum Zeit blieb, entstand natürlich noch zusätzlicher Druck dadurch, dass Frau Heinrich die Seiten 9-11 des U-Heftes nicht mitschickte. Aber immerhin wussten wir mittlerweile, welcher Tarif es werden sollte: der Komfort 1 der Signal Iduna. Am Freitag um 12:00 Uhr mittags schwankte die Kundin dann doch noch einmal zwischen dem Komfort 1 und dem Komfort Plus 1, weil Ihr die Erstattung der Reiseschutzimpfungen in den beiden Tarifen nicht ganz klar war. Nachdem ich Frau Heinrich zu beiden Tarifen die Auszüge aus den Bedingungen geschickt hatte, wurde es letztendlich doch der Komfort 1. Denn die Reiseschutzimpfungen wurden in beiden Tarifen abgedeckt.

Kurz vor knapp

Am Freitag Nachmittag hatte ich dann alle Daten beisammen – außer die fehlenden, aber sehr wichtigen Seiten des U-Hefts. Ich hatte die Versicherungsnummer, um eine Maklervollmacht zu beantragen, die in diesem Fall notwendig war. Dadurch ging die Vollmacht vom alten Makler der Familie auf uns über und Leni, Leon und die Luchse ist somit als bestandsführender Vermittler beim Versicherer hinterlegt. Außerdem hatte ich die Angaben der Eltern. Jedoch fehlte die Hausnummer, wie nach der Einreichung des Vertrags um 15:35 Uhr schnell klar wurde. Es wurde knapper und knapper. Doch um kurz vor zu knapp hatte ich nun endlich alle Unterlagen, inkl. der richtigen Hausnummer, beisammen und konnte um 16:01 Uhr alle Unterlagen final einreichen. Um 16:06 Uhr wurde der Antrag bestätigt und an die Gesellschaft weitergeleitet.

Am 15.06. wurde die PKV policiert und am 30.06 kam die Police von der Signal.

Der zeitliche Ablauf

Dieser Abschnitt fällt in diesem Fall sehr kurz aus, denn der Ablauf spielte sich an genau drei Tagen ab und war damit für alle Beteiligten, auch die Kundin, ein wahres Spektakel.

Mittwoch, 10. Juni 2020:

  • Erste Kontaktaufnahme
  • Telefonat
  • Aussendung der Vergleiche
  • Einforderung des U-Heftes

Freitag, 12. Juni 2020:

  • Endgültige Wahl des Tarifs
  • Erhalt aller Unterlagen
  • Einreichung des Antrags bei der Gesellschaft auf den letzten Drücker

Resümee

Wie Ihr lesen könnt, ist am Ende glücklicherweise noch alles gut gegangen. Wir bitten Euch jedoch – aus Stressgründen Eurer- und unsererseits – Euch schon früher mit der Krankenversicherung für Euer Baby zu beschäftigen als kurz vor Fristablauf. Am allerbesten wäre circa vier Monate vor der Geburt, denn damit sind wir sowohl im Falle von gesundheitlichen Schwierigkeiten als auch im Hinblick auf die einzuhaltenden Fristen auf der sicheren Seite.

Eine Anwartschaft auf Umwegen

Was ist eine Anwartschaft?

Wer vorübergehend aus der privaten Krankenversicherung austreten muss, kann eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Damit wird die Versicherung nicht aufgelöst, sondern nur unterbrochen. 

In einem unserer Fälle bestand der Wunsch, das Baby ab der Geburt mit einer Anwartschaft zu versichern, die Vollkrankenversicherung allerdings erst mit der Heirat auszulösen.

Die Ausgangslage

Mit meinem Kunden hatte ich nur wenige Tage nach der Geburt des Kindes den Erstkontakt per Chat. Der Vater des Neugeborenen ist in der privaten Krankenversicherung, deshalb rechnen die Eltern auch damit, dass das Kind nach der Heirat gegebenenfalls in die private Krankenversicherung wechselt. Momentan kann das Baby noch bei der Mutter in der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert sein. 

Der Vater ist aktuell bei der DKV Deutsche Krankenversicherung. Das Baby hat die ersten beiden Untersuchungen U1 und U2 bereits hinter sich. Aufgrund dessen habe ich eine Anwartschaft angeboten, um die private Krankenversicherung des Kindes ab der Heirat gültig zu machen.

Die Vorgabe des Kunden war es, keinen Luxustarif für mehr als 200 Euro pro Monat als private Kinderkrankenversicherung für sein Kind auszuwählen.

Am genauesten habe ich mich damit beschäftigt, dass das Kind gerade Neugeboren und deshalb noch unter zwei Monate alt ist. Im U-Heft gab es kurz nach der Geburt Einträge, zu denen jedoch das Attest vom Arzt schon nachgeliefert wurde. Nichtsdestotrotz musste aufgrund dessen eine Risikovoranfrage eingeleitet werden.

Die Eltern sind derzeit noch unverheiratet, was sich allerdings in naher Zukunft ändern wird.

Natürlich achte ich sehr sorgfältig auf unsere Kundenwünsche und habe mich an dessen Vorgabe gehalten. Diese war es einen Tarif zu finden, der gute Leistungen bietet, bei einem Monatsbeitrag von circa 160 Euro.

Unsere erste Tarifauswahl

DKVHanseMerkurBarmenia
TarifBMK/2KVT500+PSVEinsA expert3+
Monatsbeitrag169,22 €
154,30 €
164,83 €
Jährlicher Selbstbehalt400 €
(Amb., Stat., Zahn)
0 €
(nur Amb. & Zahn. // Stat. ohne SB)
600 €
(Amb., Stat., Zahn)

Das Missverständnis mit der Anwartschaft

Im weiteren Prozess habe ich die Vollkrankenversicherung erstmals gleich ab der Geburt beantragt, da die angebotene Anwartschaft von Seiten des Kunden nicht mehr im Raum stand.

Die Risikovoranfrage hierzu lief bereits, wegen der Einträge im U-Heft. Das Attest hierzu wurde – wie oben erwähnt – vom Arzt bereits nachgeliefert.

Gleich nach dem eingereichten Antrag für die Vollkrankenversicherung änderte der Kunde  dann doch seine Meinung hin zu der von mir angebotenen Anwartschaft. Daraufhin musste ich trotzdem auf die Annahme warten, um in der Folge auf Anwartschaft umstellen zu können. Dies war logischerweise leider mit einer gewissen Zeitverzögerung für den Kunden verbunden, aber konnte am Ende noch gut gelöst werden.

Die Anwartschaft ab Geburt konnte nur mit der Bestätigung der Versicherung des Kindes von der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft treten.

Die Entscheidung

Letztendlich entschied sich der Kunde für den KVT500+PSV der HanseMerkur, da dieser mit der Höhe des Beitrags und des Selbstbehaltes am ehesten den Wünschen des Kunden entsprach.

Der zeitliche Ablauf

Mittwoch, 01. Mai 2019:

Erstkontakt

Freitag, 24. Mai 2019:

Antrag gestellt

Dienstag, 28. Mai 2019:

Antrag angenommen (am selben Tag geht die Bestätigung der gesetzlichen Krankenversicherung an den Versicherer)

Donnerstag, 13. Juni 2019:

Angebot für Anwartschaft auf dem Weg zum Kunden

Montag, 10. Juli 2019:

Kunde bestätigt den Versand der Unterlagen zur Umstellung auf eine Anwartschaft zum Versicherer (Problem: Die Bestätigung zur Umstellung auf Anwartschaft wurde nicht vom Versicherer empfangen)

Mittwoch, 02. Oktober 2019:

Heirat der Kindseltern → Veranlassung der Umstellung auf eine Vollkrankenversicherung mit der Heiratsurkunde

Montag, 28. Oktober 2019:

Telefonische Bestätigung des Versicherers zur nachträglichen Umstellung zum 02.10.

Sonntag, 10. Januar 2020:

Erfolgreiche Bestätigung des Versicherers bezüglich der Umstellung zur Vollkrankenversicherung ab 02.10.

Sonntag, 17. Januar 2020:

Abrechnung des Tippgeber Cashbacks

Resümee

Sollte auch bei Euch ein Wunsch auf Anwartschaft bestehen, würden wir Euch bitten dies bitte vor Antragsstellung mit uns zu kommunizieren, das beschleunigt und vereinfacht den Prozess für alle Parteien.

So pimpt man einen Bisextarif in einen leistungsstarken Tarif

Tarife, die bis zum 31.12.2008 in der PKV abgeschlossen wurden, gehören zur alten Tarifwelt. Diese Bisex-Tarife wurden geschlechtsspezifisch kalkuliert, d.h. Männer und Frauen zahlten für den gleichen Leistungsumfang einen unterschiedlich hohen Monatsbeitrag. Vor allem Frauen hatten hier das Nachsehen, da man grundsätzlich davon ausging, dass Frauen durch häufigere Arztbesuche, Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaften, Geburten und eine deutlich höhere Lebenserwartung effektiv höhere Kosten verursachen würden als Männer. Im Zuge der Gesundheitsreform und durch neue EU-Richtlinien wurden im Dezember 2012 sogenannte Unisex-Tarife eingeführt, also Tarife, die geschlechtsunabhängig kalkuliert werden.

Uns erreichen viele Anfragen von Eltern, deren Verträge seit vielen Jahren in der PKV bestehen und somit zu der alten Tarifgeneration „Bisex“ gehören. Der Alttarif und der äquivalente Neutarif sollten grundsätzlich im ersten Schritt zunächst eingehend geprüft und Leistungen im Detail gegenübergestellt werden, denn nicht immer ist es zutreffend, dass der Neutarif gegenüber dem Alttarif punktet, nur weil neuere Behandlungsmethoden, wie z.B. Augen-OPs mit Lasikverfahren enthalten sind oder auch das sogenannte Rooming-In, also die Übernahme der Kosten einer Begleitperson im Krankenhaus. Einen Leistungsaspekt, den wir übrigens gerade für Neugeborene und jüngere Kinder für absolut erforderlich halten.

Auch im folgenden Fall erhielten wir eine Anfrage von einem frisch gebackenen Papa, der selbst noch in einem Bisex-Tarif versichert ist und Beratungsbedarf zur zukünftigen PKV seines Sohnes hatte.

Die Ausgangslage

Die Mutter unseres Babys ist in der GKV, der Vater beim Deutschen Ring (Signal Iduna) privat versichert und das Baby gerade zwei Tage alt, als wir den ersten Anruf unseres Kunden erhielten. Der kleine Junge ist das jüngste Kind von den insgesamt vier Geschwistern. Die Geschwister sind ebenfalls privat und bei der R+V Versicherung versichert.

Im Beratungsteam stehen uns drei verschiedene Programme für die Erstellung von detaillierten Vergleichsanalysen zur Verfügung. Alle diese Tools haben jeweils ihre Stärken und Schwächen, sie haben allerdings eines gemeinsam: sie ermöglichen uns unseren Kunden den entsprechenden Durchblick durch den Tarifdschungel zu verschaffen und erleichtern es Eltern den Tarif für ihren Nachwuchs zu finden, der ihren Erwartungen und Vorstellungen am besten entspricht. 

Auch bei dieser Anfrage zeichnete sich bereits bei der Kontaktaufnahme ab, dass es zu einer umfangreichen Vergleichsanalyse von Kindertarifen kommen wird, denn es sollten sowohl der Elterntarif (Alttarif Deutscher Ring), die äquivalenten Neutarife der Signal Iduna sowie der Kindertarif der Geschwister bei der R+V Versicherung in einem Vergleich berücksichtigt werden.

Unsere erste Tarifauswahl

  Elterntarif (Deutscher Ring) Signal Iduna
Tarif Esprit M Komfort 1
Annahme Ohne Gesundheitsprüfung
(wegen Kontrahierungszwang)
nur mit Gesundheitsprüfung
Monatsbeitrag 129,76 € 104,83 €
Jährlicher Selbstbehalt 225 €
(nur Amb. // Stat. und Zahn ohne SB)
240 €
(nur Amb. und Stat. // Zahn ohne SB)
Beginn Rückwirkend ab Geburt
gemäß § 198 VVG
Rückwirkend bis zur Geburt
  Signal Iduna R+V Versicherung
Tarif Komfort Plus 1 AGIL comfort MP1U
Annahme nur mit Gesundheitsprüfung nur mit Gesundheitsprüfung
Monatsbeitrag 138,64 € 122,51 €
Jährlicher
Selbstbehalt
240 €
(nur Amb. und Stat. // Zahn ohne SB)
240 €
(Amb., Stat., Zahn)
Beginn Rückwirkend bis zur Geburt Rückwirkend bis zur Geburt

Tatsächlich war aus unserer Sicht der elterliche Bisex-Tarif hier der recht klare Preis- und Leistungssieger. In allen drei Bereichen – ambulant, stationär und dental – erstattet er über der Gebührenordnung für Ärzte und zeigt damit Leistungsmerkmale, die in dieser geballten Form sonst nur sogenannte Hochleistungstarife erfüllen. 

Es handelt sich um einen Tarif mit freier Arztwahl und ohne Primärarztprinzip. Letzteres bedeutet, dass man immer zunächst seinen Haus- bzw. Kinderarzt aufsuchen muss, bevor man sich an einen Facharzt wenden kann. 

Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen gemäß der ständigen Impfkommission liegen außerhalb des Selbstbehaltes

Ein weiterer für Kinder relevanter Leistungsschutz ist die Kieferorthopädie: Hier sollte der Erstattungssatz für Kinder bei mindestens 75 % liegen.

K.O.-Kriterium: Das Mehrbettzimmer

Auch wenn dieser Bisex-Tarif in vielerlei Hinsicht punkten konnte: das absolute No-Go Kriterium für die Eltern war die Bettenleistung im Krankenhaus.

Zwar bietet der Tarif auch eine Chefarztbehandlung, aber hier konnten wir die Eltern überzeugen, dass manchmal auch der Stations- oder Oberarzt die bessere Wahl sein könnte, da sich sich im Gegensatz zum Chefarzt erst noch profilieren müssen.

Die Idee

Denn auch wenn der Esprit Tarif M im stationären Bereich nur über ein Mehrbettzimmer verfügt, besteht hier die Möglichkeit über ein Krankenhaustagegeld Wahlleistungen, wie z.B. ein Zweibett- oder Einbettzimmer oder auch die Einschränkung beim Rooming-In abzufedern.

Die Familie stammt aus dem Großraum München. Im Klinikum in Schwabing kostet Sie ein Zweibett-Zimmer beispielsweise nur 60 Euro am Tag und die Kosten für eine minderjährige Begleitperson knapp 30 Euro pro Tag.

Ein Krankenhaustagegeld von 100 € pro Tag kostet im Kindertarif Esprit M beim Deutschen Ring 7,10 € im Monat.

Durch die Hinzunahme dieses Leistungsbausteines könnten alle Wunschkriterien der Eltern erfüllt werden.

Da die U1, das Neugeborenen- und Hörscreening sowie die U2 des Vorsorgeuntersuchungsheftes keinerlei Auffälligkeiten hatten, waren die Eltern in ihrer Entscheidung frei, sowohl bei der Auswahl des Tarifes als auch bei der Auswahl der Versicherungsgesellschaft.

Die Entscheidung

Am Ende war es bei der Entscheidungsfindung ein enges Rennen zwischen dem gepimpten Alttarif und dem Neutarif der Signal Iduna Komfort Plus 1

Die Eltern haben sich letztendlich für den Neutarif Komfort Plus 1 entschieden. Ausschlaggebend war der hohe Leistungsschutz im Kieferorthopädischen Bereich von mindestens 80 % und bei erfolgreicher Behandlung von 100% Kostendeckung.

Der zeitliche Ablauf

Die Beratung und die Entscheidungsfindung liefen in zeitlicher Reihenfolge in etwa so ab:

Dienstag, 22. Oktober 2019

Erstes telefonisches Beratungsgespräch mit dem Vater. Das Baby ist an diesem Tag 48 Stunden alt.
Versand der ersten Vergleichsanalyse erfolgt am gleichen Tag.

Mittwoch, 20. November 2019

Nächstes telefonisches Beratungsgespräch über die Vergleichsanalyse und die vorgestellten Kindertarife. Abwägung der Vor- und Nachteile des Elterntarifes sowie aufzeigen von Möglichkeiten den Alttarif mit einem Krankenhaustagegeld zu pimpen. Der Kunde erhält noch einmal einen detaillierten Vergleich mit dem Alttarif und dem zusätzlichem Krankenhaustagegeld sowie den beiden Neutarifen der Signal Iduna.

Sonntag, 24. November 2019   

Der Kunde übermittelt via Datenlink seine erforderlichen Daten für die Antragsgenerierung.

Montag, 25. November 2019

Antragsunterlagen per E-Mail an den Vater versandt (das Antragsformular und alle vorvertraglichen Pflichtinformationen wie die Verbraucherinformationen, das Produktinformationsblatt oder die allgemeinen Versicherungsbedingungen).

Samstag, 30. November 2019

Antrag und U-Heft vom Kunden zurück – per E-Mail, als Scann. Papier versuchen wir seit Jahren zu vermeiden und zum Glück brauchen wir die Unterlagen auch nicht mehr im Original. Entsprechend reicht uns ein gut lesbares PDF für den weiteren Prozess.
Fehlende Angaben werden vom Kunden per E-Mail angefragt.

Montag, 02.Dezember 2019

Letzte fehlende Angaben des Kunden liegen nun vor und kleine „Schönheitsfehler“ werden von mir im Antrag ergänzt und korrigiert.
Der Antrag wird am selben Tag bei der Signal Iduna eingereicht.

Mittwoch, 04.Dezember 2019

Um 17:00 Uhr erhielten wir die Annahmeerklärung der Signal Iduna.

Auch Kinder von Medizinern haben Zugang zu PKV-Ärztetarifen

Wie wir den bevorzugten Babytarif einer Ärztin doch noch realisieren konnten

Die Ausgangslage: beide Elternteile in der PKV versichert

Zwei Wochen nach der Geburt ihres Babys erhielten wir den Anruf einer Ärztin, die selbst im Arzttarif MP100A bei der Allianz versichert ist. Ihr Mann ist ebenfalls bei der Gothaer im Tarif MediVita 250 privat versichert. Das junge Elternpaar hatte sich bereits vor ihrer Kontaktaufnahme intensiv mit dem Thema Krankenversicherung beschäftigt und wünschte sich für ihren – nach eigenen Aussagen – völlig gesunden Sohn – einen Hochleistungstarif, der in allen drei Bereichen – ambulant, dental und stationär – überdurchschnittlich gut leisten und möglichst über gar keinen bzw. nur einen geringen Selbstbehalt verfügen sollte.

Im ersten Schritt haben wir den Eltern einen Vergleich der Elterntarife bei der Allianz und Gothaer mit dem verkaufsoffenen Arzttarif VHV1A+ der Barmenia gegenübergestellt. Hierbei handelt es sich um einen Hochleistungsärztetarif ohne Selbstbeteiligung. Denn auch Kinder von Medizinern haben Zugang zu den speziellen Ärztetarifen der Gesellschaften. Und selbstverständlich muss das Kind auch nicht bei einem der Elternversicherer angemeldet werden.

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Mutter im Gefängnis: Krankenversicherung für's Kind

Der häufigste Grund für das Ende der beitragsfreien Familienversicherung ist die Eheschließung der Eltern oder das erstmalige Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze eines Elternteils. Aber es gibt auch ganz andere Fälle.

Wir machen seit vielen Jahren Kinderkrankenversicherungen und sonst nichts. Und irgendwann denkt man, dass man da jetzt alles gesehen hat. Doch im Mai hat eine ungewöhnliche Anfrage das ganze Team in Aufruhr versetzt: Eine junge Mutter mit einem Neugeborenen hat sich drei Tage vor ihrem planmäßigen Haftantritt bei uns gemeldet. Der Grund: Mit Haftantritt endet die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Entsprechend hat sie nun für das Kleinkind dringend nach einem Krankenversicherungsschutz gesucht.

Damit hatten wir uns zuvor noch nie befasst bzw. befassen müssen. Und tatsächlich ist das so: “Da der die Versicherungspflicht begründende Sachverhalt (z. B. sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, Bezug von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II) entfällt”, fallen gesetzlich Pflichtversicherte am Tag ihres Haftantrittes aus der Krankenkasse. Denn die ärztliche Versorgung wird entweder direkt in der JVA übernommen und falls das nicht möglich ist, dann die Kosten der Behandlung. Gefangene im Strafvollzug haben nach den §§ 1, 56 ff. StVollzG Anspruch auf Gesundheitsfürsorge.

Doch Angehörige, die zuvor in der beitragsfreien Familienversicherung mit versorgt waren, müssen nun ebenfalls anderweitig versorgt werden. Und weil eine “freiwillige” gesetzliche Versicherung für Kinder um die 180 Euro pro Monat kostet und Kindertarife der privaten Krankenversicherung schon erheblich günstiger zu kriegen sind, war das für die junge Mutter die naheliegendste Lösung.

Entsprechend haben wir hier geeignete Tarife und Versicherer recherchiert und ihr Vorschläge gemacht. Doch es hat sich schnell herausgestellt, dass sie eigentlich mittellos ist und auch sonst niemand mit ausreichender Bonität Versicherungsnehmer des Vertrages werden konnte. Die Zeit zum Haftantrittstermin war dann auch schon verstrichen und wir haben von ihr nicht wieder gehört. ‚
Wir gehen davon aus, dass sich hier eine Härtefalllösung gefunden oder eine Übernahme einer GKV-Mitgliedschaft durch das Sozialamt ergeben hat, weil die stillende Mutter ja gemeinsam mit ihrem Neugeborenen ins Gefängnis gegangen ist.

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