Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Symptome, Dauer & Kita-Regeln
Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Dominik Panosch · Stand: Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze: Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine hochansteckende, aber fast immer harmlose Virusinfektion bei Kleinkindern: Fieber, wunde Bläschen im Mund sowie Ausschlag an Handflächen und Fußsohlen. Es gibt keine spezielle Therapie – behandelt werden die Beschwerden (Schmerzlinderung, viel trinken). Zurück in die Kita darf das Kind, sobald es fieberfrei ist und sich wohlfühlt; ein generelles Verbot sieht das Infektionsschutzgesetz nicht vor.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) wird meist durch Coxsackie-A-Viren ausgelöst und trifft vor allem Kinder unter 10 Jahren – am häufigsten im Kita-Alter, mit Häufung im Spätsommer und Herbst. Nach 3–10 Tagen Inkubationszeit beginnt sie oft mit Fieber und Halsschmerzen, dann folgen die typischen Bläschen. Einmal durchgemacht, besteht Immunität gegen den jeweiligen Virustyp – da es mehrere gibt, sind erneute Erkrankungen möglich.
Woran erkenne ich die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
| Symptom | Typisch ist… |
|---|---|
| Beginn | mäßiges Fieber, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit |
| Mund | schmerzhafte Bläschen/Aphthen an Zunge, Zahnfleisch und Wangenschleimhaut – Kinder wollen oft nicht essen und trinken |
| Haut | nicht juckender (teils leicht juckender) Ausschlag mit Bläschen an Handflächen und Fußsohlen, manchmal auch Po, Knie, Ellenbogen |
| Verlauf | heilt in 7–10 Tagen von selbst ab, Krusten sind nicht ansteckend |
| Wochen später | gelegentlich lösen sich Finger- oder Zehennägel – sieht dramatisch aus, wächst folgenlos nach |
Wie ansteckend ist sie – und was gilt für die Kita?
Sehr ansteckend: Übertragung über Speichel, Bläschenflüssigkeit und Stuhl (Schmierinfektion) – deshalb grassiert die HFMK in Kitas in Wellen. Wichtig zu wissen: Das Virus wird noch Wochen nach der Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden, und viele Infektionen verlaufen ganz ohne Symptome. Ein Kita-Ausschluss über die akute Krankheitsphase hinaus verhindert die Ausbreitung daher kaum. Die HFMK gehört nicht zu den Ausschluss-Krankheiten des § 34 Infektionsschutzgesetz – die Faustregel lautet: fieberfrei, keine nässenden Bläschen, gutes Allgemeinbefinden → Kita ist wieder okay. Einzelne Einrichtungen haben eigene Regeln, fragt kurz nach. Beste Vorbeugung: gründliches Händewaschen, gerade nach dem Wickeln.
Wie wird behandelt?
Es gibt kein Medikament gegen die Viren – behandelt werden die Beschwerden: Ibuprofen oder Paracetamol in Altersdosierung gegen Schmerzen und Fieber, kühle und weiche Kost (Joghurt, Brei, nichts Saures oder Scharfes), viel trinken – kalte Getränke gehen oft am besten. Bei starken Mundschmerzen kann die Kinderärztin ein schmerzlinderndes Mundgel verordnen. Entscheidend ist, dass das Kind genug Flüssigkeit bekommt.
Wann zum Kinderarzt?
- Das Kind trinkt kaum noch (Windeln bleiben trocken, Mund trocken, auffällige Müdigkeit) – Gefahr der Austrocknung
- Hohes Fieber über mehrere Tage oder deutlich schlechter Allgemeinzustand
- Säuglinge unter 6 Monaten mit Verdacht auf HFMK
- Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Wesensveränderung (sehr seltene Komplikationen)
Häufige Fragen
Können sich Erwachsene anstecken?
Ja – meist verläuft die Infektion bei Erwachsenen mild oder unbemerkt. Schwangere sollten bei engem Kontakt und Symptomen ihre Frauenärztin informieren; das Risiko für das Ungeborene ist nach heutigem Wissen gering.
Kann mein Kind die Krankheit mehrmals bekommen?
Ja. Immunität besteht nur gegen den durchgemachten Virustyp – bei Infektion mit einem anderen Coxsackie- oder Enterovirus kann es erneut zur HFMK kommen.
Gibt es eine Impfung?
In Europa nicht. Vorbeugung läuft über Händehygiene und getrennte Handtücher/Becher während der Krankheitswelle.
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Hand-Fuß-Mund und die Krankenversicherung
Eine unkompliziert ausgeheilte HFMK ist für die Gesundheitsprüfung der privaten Krankenversicherung bedeutungslos. Relevanter ist der Alltag: Kita-Kinder machen im Schnitt 8–12 Infekte pro Jahr durch – wer für sein Kind Chefarztbehandlung, Einzelzimmer mit Elternbett oder Heilpraktiker-Leistungen möchte, sichert das am besten früh über eine Kindernachversicherung (erste zwei Monate nach der Geburt, ohne Gesundheitsprüfung) oder eine Krankenzusatzversicherung, solange das Kind gesund ist. Wir beraten euch dazu kostenfrei und unabhängig.
Quellen
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Hand-Fuß-Mund-Krankheit (abgerufen Juli 2026)
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: kinderaerzte-im-netz.de – Hand-Fuß-Mund-Krankheit (abgerufen Juli 2026)





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